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Turmalin Erleben

Eine freie Initiative von Turmalin-Experten

Der Turmalin

Die Mineralien der Turmalingruppe nehmen aufgrund ihres Farbenreichtums und ihrer exakten geometrischen Formen eine herausragende Stellung unter den Edelsteinen ein. Eindrucksvoll sichtbar wird diese Vielfalt an Farben und Formen besonders in den großen Querschnitten der Turmaline Madagaskars. Besonders schöne und farbenreiche Turmalinkristalle bilden sich in Hohlräumen (Pockets) pegmatitisch gebildeter Gesteine, wo sie sich oft frei (idiomorph) ausbilden können, so dass sich zum Teil riesige Kristalle bilden können. Weitere klassische Fundgebiete neben Madagaskar, liegen in Brasilien, Namibia, Pakistan, Afghanistan, Russland und in den USA.

Die Turmaline gehören zur Gruppe der Bor-Ringsilikate und bilden Kristalle mit einer Dreieckssymmetrie mit unterschiedlich terminierten Endflächen.

Der ideale Turmalinkristall ist eigentlich farblos (Farbbezeichnung: Achroit), aber durch die große Variabilität des Kristallgitters sind nahezu alle Farbkombinationen möglich. Weitere Farbbezeichnungen sind unter anderem der grüne Verdelith, der blaue Indigolith. Bekannt sind auch die Rottöne des Rubellits. Nicht selten treten mehrere Farben in einem Kristall auf, die durch zonares Wachstum entstehen und eine Veränderung während der Kristallbildung aufzeigen. Die Entstehung der Farben in den Turmalinen ist ein sehr komplexes Thema und ist in der großen Variabilität der Kristallstruktur begründet. Schwarze Turmaline sind oft von so intensiver „Farbigkeit“, dass sie dunkel erscheinen; erst im Dünnschliff werden meist blaue, grüne und braune Farben sichtbar.

Der Turmalin besitzt weiter sehr interessante physikalische Eigenschaften wie Pleochroismus, Piezo- und Pyroelektrizität.

Turmalin_Längsschnitt

Ausstellungen

Nikolaus-Cusanus-Haus

Das Nikolaus Cusanus Haus in Stuttgart-Birkach zeigt den zentralen Teil der Sammlung „Das Turmalinzimmer“ mit großen Serien Madagaskars.

Kontakt und Adresse:
www.nikolaus-cusanus-haus.de

Turmalintafeln_NCH
Turmalin-Leuchttafeln_WDK

Welt der Kristalle

Die „Welt der Kristalle“ in Dietingen bei Rottweil zeigt eine Auswahl von Serien aus Madagaskar, die in den letzten Jahren gefunden wurden.

Kontakt und Adresse:
www.welt-der-kristalle.de

Kristallmuseum Riedenburg

Das Kristallmuseum in Riedenburg an der Altmühl zeigt die „Sammlung Wöhrmann“, die in der Turmalin-Monografie von Friedrich Benesch dokumentiert ist.

Kontakt und Adresse:
www.kristallmuseum-riedenburg.de

Turmaline_Riedenburg_KMR
Kristalle_MMM

Mineralogisches Museum Marburg

Das Mineralogische Museum Marburg zeigt die Sammlung des Ehepaars Balzer mit Kristallen und Scheiben weltweiter Fundgebiete.

Kontakt und Adresse:
www.uni-marburg.de/fb19/partner/minmus

Galerie

Über Uns

Wir sind eine freie Gemeinschaft von Turmalin-Experten. Uns verbindet die Freude am Turmalin und die Arbeit mit diesem Edelstein.

Der Turmalin in Form von geschnittenen und polierten Querschnitten, insbesondere aus Madagaskar, geriet in den letzten Jahrzehnten etwas in Vergessenheit. Dem wollen wir entgegenwirken und verfolgen seit Jahren das Ziel, durch Ausstellungen den Turmalin wieder einer großen Allgemeinheit zugänglich und erlebbar zu machen. Es ist uns gelungen, große Teile der Sammlung „Das Turmalin-Zimmer“ dauerhaft im Nikolaus-Cusanus-Haus in Stuttgart-Birkach auszustellen. Regelmäßig finden dort auch Veranstaltungen rund um den Turmalin statt.

Weitere Ausstellungsorte für Turmaline sind aktuell das Kristallmuseum in Riedenburg an der Altmühl und mit wenigen Exponaten zuletzt das Museum „Welt der Kristalle“ in Dietingen bei Rottweil. Außerdem gibt es im deutschsprachigen Raum immer wieder zeitlich befristete Ausstellungen der Sammlung „Turamali“ und zum „schwarzen Turmalin“.

Nach vielen Jahren ohne nennenswerte Neufunde erreichen nun auch wieder beachtliche farbige Kristalle aus Madagaskar den mitteleuropäischen Raum.

Bei entsprechender Unterstützung könnten wir die vielfältigen Kenntnisse in unserem Expertenkreis für ein zukünftiges, eigens dem Turmalin gewidmeten Museums bündeln und einbringen.

Falls Sie einen Vortrag, Workshop oder eine Ausstellung zum Turmalin veranstalten möchten, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf.

Weitere Schwerpunkte unserer Arbeit mit dem Turmalin sehen Sie auf weiteren Kapiteln dieser Webseite.

DIETER DECKER

DIETER DECKER

Initiator der Sammlung „Turamali“. Mehr als 25 Ausstellungen europaweit. Mit dem Erlös werden soziale Projekte in Namibia und Madagaskar unterstützt. Reisen zu den Turmalinfundstellen.

MICHAEL BENNER

MICHAEL BENNER

Geograph, Historiker und Waldorflehrer. Initiator der Sammlung „Das Turmalinzimmer“. Gründer der Schülerfirma „Steinbrücke“. Unterstützt mit Erlösen u.a. das Straßenkinderprojekt „Zaza Faly“ in Madagaskar.

ANDREAS BOCKEMÜHL

ANDREAS BOCKEMÜHL

Kulturreferent im Nikolaus-Cusanus-Haus Stuttgart,
wo das Turmalinzimmer zu besichtigen ist.
Organisator von Ausstellungen. Schreiner. Sammler. Fertigt Leuchttafeln. Spezialist in Eisenoxid-Entfernung aus Turmalinen.

WILKO BRAA

WILKO BRAA

Geograph, Historiker und Waldorflehrer. Sammler und Organisator mehrer Ausstellungen am Bodensee. Vorträge und Führungen.

WALTER SORMS

WALTER SORMS

Landwirt und Sammler aus Überlingen. Hat früher viele Scheiben aus der großen Turmalin-Monografie gesägt und geschliffen.

ROGER BOULET

ROGER BOULET

reist regelmäßig an die Turmalinfundstellen. Bearbeitung von Turmalinen, Bau von Turmalin-Tafeln. Vermittlung von Rohsteinen und Querschitten.

SIMON HEIMBUCH

SIMON HEIMBUCH

Physiker und Lehrer. Sammler. Vielfältige Bearbeitung von Turmalinscheiben mit Schwerpunkt bei Reparaturen und Dünnschliffen.

PETER ANTON

PETER ANTON

Schleifer und Sammler aus Ulm.

URSULA HAUSEN

URSULA HAUSEN

Pfarrerin der Christengemeinschaft.
Forschungen und Vorträge zu den geisteswissenschaftlichen Aspekten des Turmalins.

REPARATUR

Viele Turmalin-Kristalle, insbesondere farbige aus Madagaskar, eignen sich zur weiteren Bearbeitung zu Querschnitt- und in seltenen Fällen auch zu Längsschnitten. Je nach Transparenz und Farbigkeit können auch Dünnschliffe auf Glas eine Option darstellen.

gebrochen

Der Turmalin als Kristall hat eine hohe Sprödigkeit und in jeder Bearbeitungsphase zu einem Querschnitt kann es zu unvorhersehbaren Brüchen und Absplitterungen kommen. Selten treten Brüche durch unsachgemäße Handhabung auf. Die meisten Brüche und Absplitterungen geschehen wegen enormer, am Kristall wirkender Kräfte durch die Bearbeitungswerkzeuge an „Sollbruchstellen“. 

Diese sind z.B. natürlich im Kristall vorhandene Spannungsrisse, Verheilungszonen oder Stellen, wo Einlagerungen anderer mineralischer Materialien auftreten, meist in Rissen. Splitter eines Querschnitts lassen sich heute mit speziellen transparenten Klebern gut wieder zusammenfügen und die Scheibe somit wieder in ihrem vollen Bild herstellen.

geklebt

Besonders bei madagassischen Turmalin kommt es häufig vor, dass der fertig ausgebildete Kristall in seiner natürlichen Lagerstätte Umgebungsbedingungen ausgesetzt war, bei denen er von im Wasser gelösten Eisen umspült war. Dieses Eisen lagerte sich in langen Zeiträumen in Form von Oxid (Rost) in die oberflächennahen Spannungsrisse ein und gibt dem Bild eines Turmalin-Querschnitts meist faserartig von außen eine orangerote Färbung.

Diese stellt eine Verunreinigung dar, hat mineralisch nichts mit dem Edelstein zu tun und stört oft massiv das Bild einer Turmalin-Scheibe. Durch Säure kann der Rost vollständig weggeätzt werden. Dabei wird der säureresistente Edelstein selbst nicht angegriffen.

Oxid-Ablagerung
mit Säure gereinigt

Einzelne Querschnitte oder auch ganze Serien wurden gesägt, geschliffen und poliert, um bei Durchlichtung eine Wirkung auf den Betrachter auszuüben. Die Präsentation von Turmalin-Scheiben stellt immer wieder eine Herausforderung, in manchen Fällen auch eine handwerkliche Hürde dar.

Experten aus unserem Kreis können folgende kostenlose Beratungen* anbieten.

– Fachliche Besprechung und Einschätzung zu Turmalin-Kristallen, die sich zum Sägen und zum Weiterbearbeiten zu Querschnittserien eignen.
– Besprechung zu Bruchstücken und Splittern, bei denen eine Reparatur möglich erscheint.
– Besprechung zu Turmalinen mit Rosteinlagerungen und der Möglichkeit, diese durch Ätzen zu entfernen.
– Besprechung darüber, wie eine bereits vorhandene Turmalin-Serie optimal präsentiert werden kann (z.B. in einer Leuchttafel).

* Sollte es mit einer Beratung zur Vermittlung einer Bearbeitung kommen, geschieht diese außerhalb des Horizonts dieser Webseite.

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Unterstützung

Das Ziel, in absehbarer Zukunft ein eigenes Turmalin-Museum, das die Vielfalt, Schönheit und geistige Tiefe dieses faszinierenden Edelsteins erleben lässt, betreten zu können, bedarf vielfältiger Unterstützung. Dazu zählen:
– Zusammentragung von Exponaten,
– Zusammenführung von Scheiben, die aus einem Turmalin-Kristall stammen und sich an unterschiedlichen Orten befinden,
– Hinweise für mögliche Räumlichkeiten,
– ehrenamtliches Engagement wie z.B. handwerkliche und fachliche Unterstützung,
– weitere Formen der Förderung.

Wir können beratende Auskunft geben, wie sich auch heute noch eine Turmalin-Sammlung, insbesondere aus madagassischen Turmalinen, aufbauen lässt bzw. wie Exponate, die Teil der Ausstellung im Museum sein könnten, erworben* werden können.

Falls Sie selbst Interesse haben, eine zeitlich befristete Turmalin-Ausstellung auszurichten, können wir fachlich unterstützen und Exponate (bspw. Sammlung Turamali, Sammlung Das Turmalinzimmer) vermitteln.

* Sollte es mit einer Beratung zur Vermittlung einer Bearbeitung kommen, geschieht diese außerhalb des Horizonts dieser Webseite.

Literatur

Friedrich Benesch: Der Turmalin – Eine Monografie, Stuttgart 1990. (vergriffen)

Großformatiges Kompendium mit reichem Bildmaterial und umfangreichem Text von der historisch-wissenschaftlichen Analyse bis zu anthroposophisch-christologischen Aspekten.

Friedrich Benesch: Das Turmalinjahr, Stuttgart 2007.

Neben einer gut verständlichen Einführung zur Morphologie werden schöne Einzelstücke in Verbindung zu den Monatstugenden gebracht.

Dieter Decker / Dankmar Bosse: Der Turmalin, Farben – Kristalle – Entstehung, Stuttgart 2005.

Anschauliche und leicht verständliche Broschüre zu allen Phänomenen des Turmalins anhand schöner Beispiele aus der Sammlung „Turamali“

Dankmar Bosse: Die Evolution der Minerale zwischen Kosmos und Erde, 2 Bände, 2015.

Umfangreiches Werk zur Mineralogie aus goetheanistisch-anthroposophischer Sicht, darunter im zweiten Band das lesenswerte Kapitel: „Die Vollendung des Mineralischen im Turmalin“ mit Beispielen aus der Sammlung „Turamali“

Rosemarie und Hermann Aleff: Unsichtbares sichtbar gemacht, Die Farbigkeit des schwarzen Turmalins, Achberg 2007.

Dokumentation farbiger Dünnschliffe schwarzer Turmaline aus weltweiten Fundgebieten.

Paul Rustemeyer: Faszination Turmalin, Berlin 2003. (vergriffen)

Großformatiger Bildband mit allen Phänomenen zur Kristallografie des Turmalins allgemein und Farbigkeit der sogenannten schwarzen Turmaline im Besonderen.

Paul Rustemeyer: Turmalin, Faszinierende Kristalle mit phantastischen Innenwelten, München 2015.

Erweiterte Neuauflage mit sehenswerten Serien und Ausschnittvergrößerungen schwarzer Turmaline.

extraLapis No. 17: Madagaskar, München 1999.

Sonderheft mit den berühmtesten Fundstellen und Minen.

extraLapis No. 20: Elba, München 2001.

Sonderheft zu den klassischen Fundstellen auf Elba.

extraLapis No. 24: Afghanistan und Pakistan, München 2003.

Sonderheft zu den klassischen Fundstellen in Afghanistan und Pakistan.

extraLapis No. 40: Brasilien, München 2011.

Sonderheft mit den berühmtesten Fundstellen und Minen.

Rainer Köthe: Der Turmalin, Die faszinieren Welt der edlen Steine, Reader's Digest 2015.

Handliche und leicht verständliche Beschreibung vieler grundlegender Phänomene und seiner Entdeckung

Katalog des Kristallmuseum Riedenburg im Altmühltal, Riedenburg 1998.

Beschreibung seiner eigenen Sammlung durch Bernhard Wöhrmann.

Katalog der 22. Mineralientage München: Turmalin, München 1985. (vergriffen)

Anlässlich der großen Turmalinausstellung mit Artikeln von Glas, Strunz, Petsch, Becker, Benesch und Wöhrmann.

Katalog der 40. Mineralientage München: Turmalin und Trilobit, München 2003. (vergriffen)

Mit Artikeln von Benner (Steinbrücke), Rustemeyer, Deyer, Glas, Jahn, Schäfer und Gienger (Steinheilkunde) und vielen Fotos von Dünnschliffen schwarzer Turmaline.

Katalog der 47. Mineralientage München: Brasilien, München 2010.

Zur Sonderausstellung Brasilianischer Exponate mit vielen schönen Turmalinkristallen.

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